Als begeisterter TV Junkie und Nachtdienst-Arbeiter habe ich dank Internet die Möglichkeit das amerikanische Fernsehprogramm zu verfolgen. Hier möchte ich Sendungen vorstellen, die es vielleicht bald auch im deutschen Fernsehen zu sehen gibt. Bei manchen um die Vorfreude zu steigern, bei manchen als Warnung.
Flight of the Concords (FotC)
Seasons: 2, keine weitere geplant
Sender: HBO, Sonntags
Genre: Comedy, Songs
Co-Creator James Bobin sagte es zu Recht: Wenn man hört, dass jemand Comedy-Songs spielt, sollte man möglichst fluchtartig den Raum verlassen.
Dies war auch mein erster Gedanke, als ich von Flight of the Conchords hörte. Von HBO auf den Sonntag programmiert, gleich hinter einer meiner Lieblingsserien (Entourage), konnte da ja nur Furchtbares bei rauskommen. Oh, was habe ich mich geirrt!
Zur Story: Die Neuseeländer Bret und Jermaine bilden das Folk-Duo Flight of the Conchords. Mit Hilfe Ihres (auch neuseeländischen) Managers Murray, wollen sie in New York den grossen Durchbruch schaffen. Oder zumindest mal eine CD verkaufen. Leider haben sie mit Mel nur einen einzigen Fan, und die Gute ist auch noch Hardcore-Stalkerin. Trotzdem lassen sich die beiden nicht unterkriegen und lassen uns teilhaben am harten Kampf der Kiwis im Big Apple.
Eigentlich hasse ich Serien mit Songs. Lieder bei den Simpsons? Umschalten!! Musicals: AHHH! Grauenhaft.
Hier liegt die Sache etwas anders. FotC hatten alle Songs bereits VOR der Serie geschrieben und auf Album gepresst. Auch hatte man den Grundstock des Ganzen schonmal als Hörbuch veröffentlicht (iTunes Link). Zusammen mit James Bobin entwickelte man dann eine Story um die Songs herum. Die Folgen drehen sich also um die Lieder, nicht die Lieder um den Handlungstrang der Folge.
Hier mal ein kleines Beispiel für einen typischen FotC Song (aus einem HBO Special):
Wer mit diesem Wortwitz was anfangen kann, der ist bei FotC genau richtig. Mir persönlich reicht schon das Gesicht von Jermaine Clement (mit Brille), um loslachen zu müssen. Zu Recht war er 2009 für einen Emmy nominiert.
FotC ist einer der wenigen Serien, die nicht amerikanisch Überladen ist. In Bret und Jermaines Küche, sieht es tatsächlich wie in der Küche zweier Singles aus. Ihre Wohnung ist klein und ranzig, genau das, was sich zwei Typen in ihrer Situation wohl auch leisten können. Kein Palast wie in meiner persönlichen Hass-Serie “Friends”.
Absolutes Highlight der Folgen sind jeweils Bandmeetings mit Manager Murray, ein kleiner Pedant im neuseeländischen Konsulat (Deputy Cultural Attache), der aber alles in seiner Macht stehende tut, um den Jungs Gigs zu besorgen. Perfekt gespielt vom NZ-Komiker Rhys Darby. Der Roll-Call zu Beginn eines jeden Bandmeeting ist wohl das meistzitierte aus der Serie. Man beachte auch immer die tollen Poster von Neuseeland in seinem Büro (New Zealand…Rocks!!). Auch für einen echten Computer reicht es bei Murray nicht: Er hat nur einen C64!
Im Dezember 2009 gaben Bret und Jermaine bekannt, keine dritte Staffel mehr zu produzieren, obwohl die Serie sowohl bei Fans, als auch bei Kritikern sehr gut ankam. Schade, aber wohl auf Grund der hohen Belastung verständlich.
Kommt die Serie nach Deutschland? Wohl nicht! Die Serie lebt viel vom neuseeländischen Akzent der Schauspieler, sowas kann man nicht übersetzen und Untertitel werden sich wohl nicht bei uns durchsetzen. Sehr schade, man verpasst ein Kleinod!
Natürlich kann man sich aber per DVD eindecken, und auch Youtube ist voller Lieder und Szenen.
Am Ende noch ein Lied direkt aus der Serie…