In unregelmässigen Abständen schreibe ich hier interessantes, lustiges, merkwürdiges und teilweise praktisches aus dem Labor- Alltag.
Heute: Der Puffer
Nichts macht einem Biochemiker mehr Freude als ein Puffer (engl. Buffer). Puffer hier, Puffer da, für uns besteht das halbe Leben aus Puffern. Heute also mal etwas über diese Wunderwaffen im Labor.
Was genau ist ein Puffer? Schon da wird es etwas kompliziert. Wer Ahnung von Chemie hat (genau solche sollten diesen Blog nicht lesen…), dem könnte ich etwas über pK-Werte, Kapazitäten usw. erzählen. Aber ich will ja niemanden abschrecken. Daher in Kurzform:
Ein Puffer sorgt dafür, dass (egal was ich mache) die Bedingungen gleich bleiben.
Das stimmt natürlich immer nur bedingt und vereinfacht, aber für uns reicht es erstmal. Ein Puffer sorgt im Wesentlichen dafür, dass der pH Wert sich nur gering ändert, egal was passiert. Zur Erinnerung: pH ist der negativ dekadische Logarithmus der Anzahl der Hydronium-Ionen
Kurz: Kleiner pH Wert: Supersauer; Hoher pH Wert: Nicht-Sauer (Alkalisch).
In meinem Bereich brauche ich nun viele Enzyme (Thema des nächsten Labezehs). Diese sind aber immer nur in einem bestimmen pH Bereich aktiv, bzw. arbeiten bei bestimmten pH Werten einfach besser. Daher benutzt man also einen Puffer, der hält die Bedingungen stabil, damit die Enzyme möglichst lange und effektiv arbeiten können.
Die Anzahl an Puffern ist gigantisch! Für fast jedes noch so kleine Teilgebiet gibt es Spezialpuffer. Dazu kommt noch, das es zwar einige weit verbreitete Puffer gibt (s.u.), aber die Rezepte dafür nicht einheitlich sind. Daher ist es meist unerlässlich nicht einfach anzugeben, welchen Puffer man verwendet hat, sondern auch wie man diesen denn angesetzt hat.
Insbesonders in Zeiten, wo man für jeden Mist Formblätter ausfüllen muss (dank dem Qualitätsmanagement), muss man auf solche Dinge achten. Faule Leute (wie ich) umgehen das Ganze, und bestellen einfach fertigen Puffer. Da kann man dann Sicher sein, immer dieselbe Qualität zu erhalten.
Puffer werden meist nach ihren Bestandteilen benannt. So benuzte ich zum Beispiel:
TE Puffer: Lustig, wie wir Biochemiker sind, nennen wir diesen Puffer abgekürzt nach Abkürzungen… T steht nämlich für Tris, welches wiederrum für Trishydroxymethlyaminomethan steht. E steht für EDTA, welches für Ethylen-Diamin-Tetra-Essigsäure steht. Ich benutze den Puffer als Reaktionspuffer für einige Enzyme und noch einiges anderes. Echtes Allroundtalent! Grosser Vorteil: Ist direkt bestellbar bei pH7 (neutral) und pH8!
PBS: Steht diesmal für eine Phosphate-Buffered-Saline. Also eine mit Phosphat gepufferte Salzlösung. Auch so ein Allheilmittel in der Molekular Biologie. Gerne genommen als Wasserersatz, wenn man mal was waschen muss. Ist nämlich isotonisch, sprich: Macht Zellen nicht kaputt! Sehr wichtig, wenn man sich fragt, warum meine Bakterienkultur die 24h in entsalzenem Wasser nicht überstanden hat…
TAE und TBE: Im ersten Labezeh stellte ich doch die Frage nach einem Puffer, für eine Elektrophorese. TAE und TBE wären hier die Standartpuffer. Ich nehm meist TAE, aber ich mache fast nur noch Real-Time PCR und brauche eigentlich keine Gele und damit keine Elektrophorese mehr…
MOPS: Erwähne ich nur des Namen wegen
Oh, und ist ein Good-Puffer. Was nicht heisst, dass er Gut ist, sondern der Autor des Papers, in dem Mops vorgestellt wurde, war Good.
Puffer selbst werden meist in Stammlösungen angesetzt und dann nach Bedarf verdünnt. Man hat also meist eine Lösung mit (z.B.) der 10x Konzentration. Davon nimmt man dann 100 ml, füllt 900 ml destilliertes Wasser hinzu, schon hat man einen Liter fertigen (sogenannten Gebrauchs-) Puffer.
Soviel also zu Puffern, beim nächsten Mal gucken wir uns dann Enzyme an. Spannend!


